Geschiebe

Sie benötigen einen herausnehmbaren Zahnersatz, legen aber auf eine hervorragende Ästhetik ebenso Wert wie auf einen stabilen, schaukelfreien Sitz Ihres Zahnersatzes?

Dann sind in den meisten Fällen Geschiebe die richtige Art, Ihren Zahnersatz zu verankern. Bei diesen handelt es sich um ein unsichtbares Verbindungselement, mit dem der herausnehmbare Zahnersatz an den verbliebenen Zähnen befestigt wird.

Voraussetzung ist, dass an jedem Verankerungspunkt – benötigt wird mindestens ein Verankerungspunkt je Seite – mindestens noch zwei benachbarte Zähne vorhanden sind, die zudem stabil im Knochen verankert und nicht durch Parodontitis vorgeschädigt sein müssen.

In diesem Falle erhalten diese beiden Zähne auf jeder Seite jeweils miteinander verbundene Kronen. Durch die Verbindung der Kronen miteinander – der Fachmann spricht von „Verblockung“ - werden die Zähne gegeneinander stabilisiert und können so die Kräfte aufnehmen, die über den an ihnen zu befestigenden herausnehmbaren Zahnersatz eingeleitet werden. An diesem „Kronenblock“ wird auf der Rückseite ein Verbindungselement angebracht. Hierbei kann es sich um einen Ring handeln, in den in der Prothese eine Art Druckknopf einrastet. Meist verwenden wir jedoch sogenannte Preci-Vertix-Geschiebe, bei denen auf der Rückseite des letzten Zahns ein senkrechter Zylinder angebracht ist. In den herausnehmbaren Teil des Zahnersatzes wird das exakte Gegenstück in Form einer Kunststoffhülse mit Metallumfassung angebracht.

Setzen Sie nun die Prothese ein, übergreift die Kunststoffhülse den Metallzylinder auf voller Länge und fixiert die Prothese unsichtbar und dreidimensional.

Da die Partner dieser Verbindung – Zylinder und Hülse – aus unterschiedlich harten Materialien bestehen, wird es im Laufe der Zeit zu einer geringen Abnutzung kommen, die aber nur die weichere Kunststoffhülse (die sogenannte Matrize) betrifft. Wird die Prothese also aufgrund dieser Abnutzung einmal locker, kann binnen weniger Minuten diese Matrize ausgetauscht werden. Ihre Prothese sitzt dann wieder genauso stabil wie am ersten Tag.

Dieses Verfahren ist ebenfalls seit Jahrzehnten bewährt, und die meisten Patienten, die einen solchen Zahnersatz tragen, sind sehr zufrieden.

Dennoch wollen wir auch die Nachteile nicht unerwähnt lassen:
  • Wegen der stabilen Verbindung und der damit verbundenen möglichen kippenden Wirkung auf die Ankerzähne sind zwei Kronen auf zwei stabilen Zähnen notwendig. Das heißt, dass für eine derartige Lösung mindestens vier Zähne mit Kronen versehen werden müssen.
  • Die Verblockung der Zähne erschwert die Mundhygiene am Zahnfleischrand. Das bedeutet, dass eine solche Lösung bei vorgeschädigten Zähnen nicht in Frage kommt und Sie besonderen Wert auf perfekte ►Reinigung der Zahnzwischenräume und regelmäßige ►Professionelle Zahnreinigung legen müssen, damit eine solche Versorgung lange hält
  • sobald einer der Ankerzähne verloren geht, ist eine komplette Neuanfertigung nötig

Diese Versorgungsform ist damit eher nicht geeignet für Patienten mit wenigen oder vorgeschädigten Restzähne und eher nicht für ältere Menschen, die aufgrund sinkender Sehkraft oder manueller Geschicklichkeit oftmals Probleme mit perfekter Reinigung der Zahnfleischränder entwickeln.

Liegen diese Ausschlusskriterien nicht vor, handelt es sich hier um eine bewährte, stabile, komfortable und optisch ansprechende Lösung, mit der die betroffenen Patienten sehr zufrieden sind.